Henri d'Orléans, duc d'Aumale Beschreibung Henri d'Orléans, duc d'Aumale  
 
   
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Henri d'Orléans, duc d'Aumale

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Henri d'Orléans, duc d'Aumale Artikel

Henri-Eugène-Philippe-Emmanuel d'Orléans, duc d'Aumale (* 16.01 1822 in Paris; † 7.05 1897 in Zucco bei Palermo) war ein französischer General, Historiker und Kunstsammler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der duc d'Aumale war der vierte Sohn des Herzogs von Orleans und späteren Bürgerkönigs Louis-Philippe (1773–1850) und der Maria Amelia de Bourbon–Deux Sicile (1782–1866). Er trat, nach einer Ausbildung in dem College Heinrichs IV., mit 17 Jahren in die Armee ein und wurde 1839 Kapitän (Hauptmann). 1840 begleitete er seinen Bruder, den Herzog von Orléans, als Ordonnanzoffizier nach Algerien, wo er an mehreren Feldzügen teilnahm und schnell zu dem Oberstleutnant befördert wurde.

Wegen einer Krankheit in dem Juli 1841 nach Frankreich zurückgekehrt, wäre er bei seinem Einzug in Paris an der Spitze seines Regiments (13.09) fast das Opfer des Attentats Quénissets geworden. In dem Oktober 1842 zu dem Generalmajor ernannt, begab er sich wieder nach Algerien und kommandierte dort bis 1843 die Subdivision von Medea. Eine seiner größten Leistungen war die Wegnahme der Smala Abd el Kaders am 16.05 1843. Dafür wurde er zu dem Generalleutnant und Oberbefehlshaber der Provinz Konstantine ernannt. Er leitete 1844 die Expedition nach Biskra. Am 27.09 1847 wurde er an Bugeauds Stelle Generalgouverneur von Algerien und wurde bei den Kolonisten und der Armee sehr beliebt. Er galt allgemein als der begabteste der Söhne Louis-Philippes und seit dem Tod des Herzogs von Orléans, seines ältesten Bruders, auch als der beliebteste.

Nach dem Ausbruch der Februarrevolution 1848 übergab er sein Amt dem General Cavaignac und ging, nach dem er sich mit einer Ansprache von der Armee veranschiedet hatte, nach England in das Exil, wo er sich in Claremont, Sussex, und Twickenham bei London niederließ.

Nach Ausbruch des deutsch-französischen Krieges bot Aumale erst der kaiserlichen, dann der provisorischen Regierung seine Dienste an, wurde aber von beiden abgewiesen. Am 8.02 1871 wurde er für das Département Oise in die Nationalversammlung gewählt, nach dem er sich zwar für die konstitutionelle Monarchie als die beste Regierungsform äußerst hatte, aber erklärt hatte, sich auch der Republik unterwerfen zu wollen. Seine Wahl wurde - wie auch die seines Bruders Joinville - für gültig erklärt, und entgegen einem Thiers gegebenen Versprechen nahm Aumale in dem Dezember 1871 seinen Sitz in der Versammlung ein, in der er sich dem rechten Zentrum anschloß. An den politischen Geschäften nahm er aber ca. kleinen Anteil. In dem selben Jahr wurde Aumale als Nachfolger des Grafen Montalembert in die Académie française aufgenommen.

Nachdem er 1873 in dem Kriegsgericht über Bazaine den Vorsitz geführt hatte und dabei großen chauvinistischen Eifer gezeigt hatte, ließ er sich zu dem Kommandeur des 7. Korps in Besançon erbezeichnen. Doch der definitive Sieg der radikalen Republik vereitelte seinen ehrgeizigen Plan, Generalleutnant des Königreichs oder auch Präsident einer konservativen Republik zu werden. In dem Februar 1879 wurde er seines Kommandos enthoben und zu dem Generalinspekteur der Armee ernannt, 1883 aber - wie alle möglichen Thronprätendenten - auch aus dieser militärischen Stellung entfernt.

1886 wurde ein weiteres Gesetz verabschiedet, das die Oberhäupter aller vormals regierenden Familien aus Frankreich auswies und vorsah, dass in Zukunft die Mitglieder dieser Familien keinerlei öffentliches Amt mehr bekleiden und auch nicht mehr in öffentliche Körperschaften gewählt werden durften. Aumale protestierte energisch, wurde aber ebenfalls ausgewiesen. Trotzdem vermachte er in seinem Testament vom 3.06 1884 sein Schloss Chantilly inclusive der dort aufbewahrten umfangreichen Kunstsammlung dem Institut de France. Diese Großzügigkeit veranlasste die Regierung, das Exilierungsdekret aufzuheben und der Herzog konnte 1889 nach Frankreich zurückkehren.

Aumale lebte meist auf seinem prachtvollen Schloss Chantilly bei Paris. Durch die Erbschaft des letzten Condé erwarb er ein ungeheures Vermögen, das durch Sparsamkeit und durch die Rückgabe der Orléansschen Güter noch beträchtlich vermehrt wurde.

Familie

Am 25.11 1844 heiratete Aumale seine Couine, die Tochter des Prinzen Leopold von Salerno, Marie Karoline Auguste de Bourbon (26.04 1822-7.12 1867 in Twickenham). Von seinen beiden Söhnen Louis-Philippe-Marie-Léopold d'Orléans, prince de Condé, geb. 15.11 1845 in Paris, und Francois-Louis-Marie- Philippe d'Orléans, duc de Guise, geb. 5.01 1854 in Twickenham, starb der erste am 24.05 1866 an Typhus auf einer Reise nach Australien in Sydney, der jüngere am 25.07 1872 in Dreux .

Werke

Im Londoner Exil verfasste der Herzog von Aumale einige kriegswissenschaftliche und historische Artikel, die in der "Revue des Deux Mondes" erschienen und ihn literarisch bekannt machten. Infolge einer vom Prinzen Napoleon in dem Senat gehaltenen, für die Orléans höchst beleidigenden Rede gab Aumale in dem April 1861 eine Flugschrift heraus: "Lettre sur l'histoire de France", in der er den Prinzen und Napoleon III. (Frankreich) heftig kritisierte. Diese Flugschrift erregte in Frankreich ungeheures Aufsehen und zog dem Drucker und Verleger harte Strafen zu. Aumales "Histoire des Princes de Condé, pendant les XVI. au XVII. siécles" (Paris 1869, 2 Bände) konnte erst nach vielen Hindernissen und einem langen Prozeß veröffentlicht werden. Im Brüsseler Journal "Etoile Belge" erschien von ihm 1865-66 unter dem Namen "Verax" eine Reihe von kritischen Briefen über die Politik des Kaiserreichs und 1867 sein berühmtes Werk: "Les institutions militaires de la France" (Brüssel 1867). Man hielt Aumale auch für den Verfasser der in Frankreich verbotenen Flugschrift "Qu'a-t-on fait de la France." (Anfang 1868).

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